Endometriose Ernährung

Endometriose: Tipps für Lebensstil und Ernährung

Sie sind Endometriose Patientin? Wie Sie im Alltag immer wieder zu spüren bekommen, ist in Ihrem Körper so Einiges ganz schön aus dem Gleichgewicht geraten.

Jedoch zeigen viele Untersuchungen und Erfahrungsberichte der letzten Jahre deutlich: durch eine geeignete Lebensführung und Ernährung gelingt es vielen Patientinnen, den Krankheitsverlauf und das Wohlbefinden positiv zu beeinflussen.

In Ihrer Gesamtheit zielen die Empfehlungen darauf ab
– Schadstoffe gezielt zu vermeiden
– Östrogendominanz abzumildern
– Entzündungen zu mindern
– oxidativen Stress zu senken
– Schmerzen zu lindern

Schadstoffe vermeiden

Unverträglichkeiten erkennen

Ein häufiges Problem stellen unerkannte Unverträglichkeiten dar. Sie treten bei Frauen mit Endometriose nämlich leider recht häufig auf. Werden Unverträglichkeiten nicht beachtet, führt dies zu einer Verstärkung der immunologischen- / Entzündungsproblematik.

„Unverträglichkeiten lösen immer auch Entzündungen aus“, warnen Experten.

Fruktosmalabsorption / Sorbitintoleranz, Laktoseintoleranz, Histaminunverträglichkeit und Glutenunverträglichkeit sind die häufigsten.
Um herauszufinden, ob eventuell auch bei Ihnen eine Unverträglichkeit vorliegen könnte, hat es sich als günstig erwiesen, über einige Wochen hinweg ein Ernährungsprotokoll zu führen. Hier sollte verzeichnet werden, was Sie zu sich genommen haben und wie es Ihnen ging – so können Sie einen Überblick darüber gewinnen, welche Lebensmittel Sie gut, weniger, oder sogar gar nicht vertragen. Bestätigt werden kann Ihr Verdacht dann durch eine Untersuchung durch Ihren behandelnden Arzt.

Stress reduzieren

Wenn sich die Stressursachen selbst nicht ausschalten lassen, so sollten Sie versuchen, sich im Alltag immer wieder kleine Auszeiten zu schaffen. Gönnen Sie sich bewusst Entspannungsinseln: Bewusstes Durchatmen, Lächeln, aber auch sanfte Bewegungen und Dehnungen helfen, den Körper und die Seele wieder in ein Gleichgewicht zu bringen.

Schadstoffbelastung aus der Umwelt minimieren

Schwermetalle und Hormon-ähnliche Substanzen aus der Umwelt können den Verlauf einer Endometriose verstärken. Sorgen Sie daher im Alltag dafür, dass Sie möglichst diesen Schadstoffen möglichst nur wenig ausgesetzt sind. Ersetzen Sie bei der Reinigung und Körperpflege chemische Hämmer durch natürliche Inhaltsstoffe, gehen Sie Weichmachern in Kunststoffen aus dem Wege, indem Sie Glasflaschen den Vorzug geben, verzichten Sie auf übermäßigen Gebrauch von Duftstoffen und achten Sie auch auf die Schadstoffbelastung in Haus und Garten.

Östrogendominanz regulieren

Bewegung und Gewichtskontrolle

Ein wichtiges Ziel bei Endometriose liegt in der sanften Regulierung der Östrogendominanz. Östrogene werden nicht nur im Eierstock, sondern auch im Gelbkörper und in geringen Mengen in der Nebennierenrinde gebildet. Auch in anderen Körpergeweben, z.B. Fettgewebe, Muskeln und Knochenmark werden geringe Mengen Östrogen produziert. Daher haben übergewichtige Frauen meistens einen höheren Östrogenspiegel als schlanke Frauen. Daher gilt es, bei Endometriose auf ein gesundes Gewicht zu achten. Integrieren Sie dazu ein gesundes Maß an Bewegung und Sport in Ihren Alltag, um das Normalgewicht zu halten und überflüssigen Pfunden am Bauch den Kampf anzusagen. 

Schadstoffe in der Nahrung meiden

Individuelle Unverträglichkeiten, die Sie bereits bei sich festgestellt haben, sollten Sie bitte unbedingt berücksichtigen, aber Vorsicht gilt auch gegenüber Zucker, Süßigkeiten und Weißmehl. Alkohol, Kaffee und Schwarztee können Endometriose-Symptome verstärken und sollten daher ebenfalls nur maßvoll genossen werden. Wegen des hohen Gehaltes an ungesunden Fetten, sowie der Belastung mit Hormonen und anderen Schadstoffen vieler tierischer Lebensmittel, sollten auch diese nur einen begrenzten Anteil Ihres Speiseplans ausmachen. Greifen Sie zu Eiern und Milchprodukten, so sind Bio-Produkte zu empfehlen.

Pflanzliche Kost bevorzugen

Eine vorwiegend vegetarische Ernährungsweise ist Studien zufolge mit niedrigeren Östrogenwerten assoziiert. Es ist dabei vor allem der höhere Ballaststoffanteil in der Nahrung, der sich dabei vorteilhaft auswirkt.

Speiseplan gegen Entzündungen

Ein wichtiger Aspekt ist bei Endometriose eine antientzündliche Ernährung. Diese besteht aus viel Obst, Gemüse, Gewürzpflanzen und gesunden Fetten. Viele Betroffene berichten außerdem, dass eine low carb Ernährung, also eine Ernährung mit einem geringeren Kohlenhydratanteil, besonders wohltuend sei. In der Tat scheinen häufig erhöhte Insulinwerte, wie man sie bei einer kohlenhydratlastigen Ernährung oft findet, Entzündungen eher zu begünstigen. Günstig bei Endometriose ist daher die verstärkte Verwendung von Vollkornprodukten mit einem niedrigen glykämischen Index.

Oxidativem Stress entgegenwirken

Durch die Endometriose kommt es im Körper nicht nur zu Entzündungen, sondern in deren Umfeld steigt auch das oxidative Stressgeschehen. Eine Ernährung, die besonders reich an Antioxidantien ist, wirkt dem entgegen und kann Untersuchungen zufolge auch die Schmerzproblematik in vielen Fällen abmildern. Eine neue Studie zeigt: Frauen, die besonders viel Zitrusfrüchte verzehren, werden im Schnitt deutlich seltener mit Endometriose diagnostiziert (Harris et al, 2018). Zitrusfrüchte punkten nachweislich durch einen besonders hohen Gehalt natürlicher Antioxidantien, wie beispielsweise Vitamin C.

Schmerzen lindern

Eine antientzündliche Ernährung und die Senkung von oxidativem Stress führen bereits in vielen Fällen zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsituation. Weitere Unterstützung bietet die Ernährungsmedizin durch die gezielte Ergänzung der Versorgung mit Magnesium (welches zur Entkrampfung der Muskulatur beiträgt), B-Vitaminen, Selen, Zink, Eisen und Antioxidantien.

 

Referenzen

Endometriose und Umweltfaktoren-Interview mit Prof. Dr. Schulte- Übbing

Jurkiewicz-Przondziono J, Lemm M, Kwiatkowska-Pamuła A, Ziółko E, Wójtowicz MK. Influence of diet on the risk of developing endometriosis. Ginekol Pol. 2017;88(2):96-102. doi: 10.5603/GP.a2017.0017

Harris HR, Eke AC, Chavarro JE, Missmer SA. Fruit and vegetable consumption and risk of endometriosis. Hum Reprod. 2018 Feb 1. doi: 10.1093/humrep/dey014. [Epub ahead of print]

Mary Lou Ballweg & the Endometriosis Association: Endometriosis: The Complete Reference for Taking Charge of Your Health

 

Über den Autor

Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky

Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky

Die Diplom-Biologin und Ernährungsexperting Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky befasst sich seit vielen Jahren mit den Bedürfnissen von Kinderwunschpaaren. Für den „fruchtbarkeit-blog“ berichtet sie immer wieder in allgemein verständlicher Weise von aktuellen Forschungserkenntnissen rund um das Thema „Lifestyle und Ernährung bei Kinderwunsch.

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