Endometriose

Endometriose – das oft viel zu spät erkannte Leiden

Viele Frauen kennen es, jeden Monat wieder diese Schmerzen, und das schon seit vielen Jahren. Am Anfang wird man oft nicht ernst genommen, bekommt zu hören, „man solle sich nicht so anstellen“. Dabei bestätigen Ärzte, dass es keineswegs normal ist, dass man sich während der Regel häufig krank fühlt, Schmerzmittel nehmen und sich ins Bett legen muss. Da hilft nur der Gang zum Arzt, der in einem solchen Fall nicht selten die Diagnose „Endometriose“ stellen wird.

Bei dieser Erkrankung kommt es zur Ansiedlung von Endometrium, also Gebärmutterschleimhaut, in anderen Bereichen des Körpers, wo es definitiv nicht hingehört, zum Beispiel im Bereich der Eierstöcke, Eileiter oder sogar Blase oder Darm.
Diese Zonen schwellen während des Menstruationszyklus ebenso wie die normale Gebärmutterschleimhaut an und bluten auch wie sie. Dies verursacht je nach Größe und Lage der Endometrioseherde mehr oder weniger heftige Schmerzen. Heilbar ist Endometriose leider nicht, sondern vielmehr chronisch und klingt meist erst mit dem Abfall der weiblichen Hormone in den Wechseljahren ab.

Eine ausgewogene Ernährung kann helfen
Kaum eine Betroffene wird ganz um medikamentöse Behandlungen oder sogar Operationen herum kommen, aber viel zu wenig bekannt ist leider, dass man jede Betroffene selbst ein bisschen etwas dazu beitragen kann, dass die Symptome erträglich bleiben. Nicht jeder spricht gleich darauf an, aber einen Versuch wert ist es!
Entscheidend ist dabei eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Von der Wissenschaft wird dies damit begründet, dass die Endometrioseherde im Körper zu Entzündungsvorgängen führen und gleichzeitig oxidativen Stress erhöhen – beides Aspekte, auf die die Ernährung sanft modulierend Einfluss haben kann. Außerdem enthält die Ernährung auch oft Bestandteile, die als Botenstoffe bestimmte Vorgänge im Körper verstärken können.

Vollfette Milchprodukte und Fleisch sollten nur in Maßen verzehrt werden. Sie enthalten häufig sogenannte Xeno-Östrogene, was die Endometrioseschmerzen verstärken kann.
Kaffee oder Colagetränke sind ebenfalls nicht günstig. Beide enthalten Koffein, was sich negativ auf die angesprochenen Symptome auswirken kann.
Mehr frisches Obst und Gemüse im Speiseplan sind zu empfehlen. Dadurch erhöht sich der Ballaststoffanteil der Nahrung und sorgt gleichzeitig für eine gute Versorgung mit Vitaminen. Ballaststoffe tragen zu einer verbesserten Darmfunktion bei und viele Vitamine wirken im Körper als Antioxidantien, wodurch sie dem oben erwähnten oxidativen Stress entgegen wirken. In manchen Studien konnte damit eine deutliche Verbesserung der Menstruationsschmerzen erreicht werden.
Lebensmittel, die reich sind an Omega-3-Fettsäuren, sollten vermehrt verzehrt werden. Diese Fettsäuren dämpfen Prostaglandin, ein Botenstoff, der zu den Beschwerden bei Endometriose beiträgt. Gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind fettreiche Meeresfische wie Lachs oder Makrele, aber auch Nüsse und hochwertige Öle. Wer es nicht so mit Fisch hat, greift am besten auf Krillöl zurück, Veganern sei Leinöl empfohlen.
• Ganz neu gibt es jetzt sogar eine spezielle ernährungsphysiologische Behandlung auf dem Markt: Fertilovit®F Endo. Auf der Packung wird das Produkt zwar zur Anwendung bei Kinderwunsch ausgelobt, es kann aber sehr gut auch so genommen werden und kann zu einer Linderung der Beschwerden beitragen.

Über den Autor

Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky

Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky

Die Diplom-Biologin und Ernährungsexperting Dr. rer. nat. Birgit Wogatzky befasst sich seit vielen Jahren mit den Bedürfnissen von Kinderwunschpaaren. Für den „fruchtbarkeit-blog“ berichtet sie immer wieder in allgemein verständlicher Weise von aktuellen Forschungserkenntnissen rund um das Thema „Lifestyle und Ernährung bei Kinderwunsch.

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